| Stadt-Anzeiger: Billigprodukte auf dem Vormarsch |
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Studie sagt Markenartikler in Deutschland harte Zeiten voraus. 43
Prozent der Deutschen haben einen finanziellen Spielraum von weniger
als 100 Euro im Monat. Hamburg - Knappe Haushaltskassen treiben immer mehr Verbraucher zum Einkauf bei günstigen Discountern wie Aldi und Lidl. 43 Prozent der Deutschen leben inzwischen in Haushalten mit einem finanziellen Spielraum von weniger als 100Euro im Monat, wie die am Montag in Hamburg vorgestellte Verbraucher-Analyse 2003 der Verlage Bauer und Axel Springer ergab. Vor zwei Jahren waren es noch 37 Prozent gewesen. Als ?finanziellen Spielraum" bezeichnen die Experten jene Summe, die "nach Abzug aller notwendigen Ausgaben als eine Art Spiel oder Taschengeld zur freien Verfügung verbleibt". Gleichzeitig sank der Bevölkerungsanteil mit einem monatlichen Finanzspielraum von mehr als 300 Euro auf nur noch knapp 17 Prozent. Vor zwei Jahren hatten diese Summe noch fast 21 Prozent der Bundesbürger zur Verfügung. 40 Prozent der Haushalte können zwischen 100 und 300 Euro ausgeben, das sind zwei Prozentpunkte weniger als noch vor zwei Jahren. Laut der Studie dürfte dieser Trend Folgen für Markenhersteller haben: Denn wer mit jedem Euro rechne, kaufe seltener im klassischen, aber teureren Lebensmitteleinzelhandel ein. Auch generell ergab die Untersuchung eine sinkende Markentreue der Deutschen: So gaben nur noch 41 Prozent aller Befragten an, beim Einkauf mehr auf die Marke als auf die Preise zu schauen. Vor zehn Jahren waren es noch 54 Prozent gewesen. Die Hälfte der 50 000 beworbenen Marken in Deutschland wird in den nächsten Jahren verschwinden. Bei Konsumenten mit einem geringen finanziellen Polster seien Handelsmarken der Discounter auf dem Vormarsch. Als Handelsmarken bezeichnet man No-Name-Artikel und Marken, die nicht von der Industrie geschaffen wurden, sondern von Handelsunternehmen. Für die Studie wurden zwischen September 2001 und März 2003 insgesamt mehr als 31 000 Personen befragt. Die Analyse erhebt jedes Jahr das Konsum- und Medienverhalten der Bundesbürger und dient vor allem Werbeagenturen als Grundlage für ihre Kampagnen. Ursache für die knappen Kassen der Bundesbürger seien die schlechte wirtschaftliche Lage und steigende Steuern und Preise, so die Studie. Die Tarifgehalter vieler Arbeitnehmer würden kaum noch steigen. Zudem strichen Unternehmen Überstunden, übertarifliche Leistungen zusammen oder schafften ganze Hierarchieebenen ab. Die Werbewirtschaft beobachtet schon seit längerem den Trend zum Discounter und zu namenlosen Handelsmarken. Die Einschätzung, dass Markenartikel qualitativ besser sind, hat in den letzten Jahren immer weiter abgenommen. Der Marken-Experte Bernd M. Michael schätzt, dass die Hälfte der 50.000 beworbenen Marken in Deutschland in den nächsten Jahren verschwindet. (afp,dpa) |
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